AugenWeide - 2. Taunussteiner Gartenpromenade

Gärten wurden am letzten Juni-Wochenende geöffnet

Während beim diesjährigen Bienenschmaus noch Pudelmütze und Schal angesagt waren, reichten bei der Augenweide Strohhut und Sonnenschirm kaum, um sich gegen die Hitze in den Nachmittagsstunden zu schützen. Trotzdem hatten neben dem Klostergarten 19 Gärten zur Besichtigung, Austausch von Ratschlägen und Ideen, aber auch Samen und Setzlingen geöffnet. Versteckt hinter dem Haus öffnete sich manch ein Paradies. Eine unüberschaubare Blütenpracht, Springbrunnen, Gartenteiche, aber nicht nur für das Auge, nein auch für den Magen fand sich in fast in jedem Garten eine Ecke mit Nutzpflanzen, Salat, Radieschen, Tomaten, Gurken und Gewürzpflanzen. Im Garten am Bahnübergang in Bleidenstadt baut Herr Barsoum auch Gewürze aus seiner syrischen Heimat an. Darunter eine runde, faustgroße Frucht, nach seiner Beschreibung eine Mischung aus Gurke und Melone. Ende Juli werden sie reif sein, und er lädt zum Probieren ein.

Wundervolle Vielfalt
Kein Garten glich dem anderen, aber jeder Garten personifizierte seine Besitzer, konnte als Spiegelbild der Art des Hauses gelten. Ein schattiges Plätzchen war in jedem Garten willkommen. Bei einem erfrischenden Trunk kam man ins Plaudern und die Gespräche plätscherten von den Pflanzen, über deren Herkunft, ausgestellten Reiseerinnerungen wie Muscheln oder knorzige Äste bis zum Persönlichen. Die geöffnete Gartentür führte zur Kommunikation, zum Kennenlernen zur Begegnung. Man fand Gemeinsamkeiten, erfuhr Neues und konnte vielleicht Vorurteile abbauen. Ein Schritt zu einer offenen Gesellschaft, die heute ein Mauerblümchendasein zu führen scheint.
In einem Garten gab es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende für die Behandlungskosten eines Mädchens aus Indonesien. Ein anderes Ehepaar bot eingetopfte Ableger gegen einen Obolus ins Sparschwein an, der wiederum der Bürgerstiftung zu Gute kommt.

Voller Erfolg
Trotz der Hitze kamen circa 50 Besucher in fast jeden Garten. Beim Abschlusstrunk am Sonntag in schattiger Runde im wunderschönen Garten des Seniorenheims in der Lessingstraße galt die einstimmige Meinung, dass wir die Gartenpromenade in 2 Jahren wiederholen sollten. Die Augenweide hat Früchte getragen, nicht nur die Himbeeren im Klostergarten, oder die Kirschen im Hochzeitsgarten, die vernascht wurden, sondern auch eine Einladung einer Dame, die jeden Mittwochabend ihren Garten öffnet zum gemeinsamen Essen, Reden und Spielen.
Die 2. Taunussteiner Gartenpromenade der Bürgerstiftung, ein Weg mit Blumen und Blüten bestreut zu einer nachbarschaftlichen Gemeinschaft.

 

 

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